Was können Sie mit dem Ergebnis anfangen?
Mit der Pixelanzahl vergleichen Sie Aufnahme- oder Scangrößen für dieselbe Detailfrequenz. Beispiel: 30 LP/mm auf 36 × 24 mm ergeben bei Reserve 1× eine theoretische Referenz von 2.160 × 1.440 Pixeln. Bei 4× sind es 8.640 × 5.760 Pixel: viermal so viele auf jeder Achse, insgesamt also sechzehnmal so viele. Das hilft beim Planen; die tatsächlich aufgezeichneten Details hängen weiterhin von Objektiv und Aufnahmekette ab.
Die Berechnung verstehen
Ein Linienpaar ist ein Zyklus, kein Pixel
LP/mm bezeichnet eine Ortsfrequenz: Eine helle und eine dunkle Linie bilden ein Paar. Bei der Frequenz f entspricht die theoretische Grenze von zwei Samples pro Zyklus 2 × f Pixeln pro Millimeter. Multipliziert mit aktiver Aufnahmebreite oder -höhe ergibt sich die Pixelanzahl. Diese Grenze verspricht keine zuverlässige Kontrastübertragung bei dieser Frequenz.
Nₓ = 2 × f × W × S
Nᵧ = 2 × f × H × S
Pixelabstand [µm] = 1000 / (2 × f × S)
W und H sind Millimeter; S ist Ihr Faktor für die Sampling-Reserve. Der historische Wert S = 4 entspricht 8 Pixeln pro Linienpaar bzw. dem Vierfachen der theoretischen Zwei-Pixel-Referenz. Diese technische Annahme können Sie ändern. Daraus folgt kein Satz, nach dem jede Kamera genau dieses Oversampling benötigt.
MTF und die gesamte Bildkette
Eine MTF-Kurve beschreibt die Kontrastübertragung bei Ortsfrequenzen. Objektiv, Blende, Fokus, optische Filter, Sensorlayout, Demosaicing und Verarbeitung beeinflussen das Bild. Eine Pixelumrechnung kann keine MTF-Kurve vorhersagen und Film keine universelle Auflösung zuweisen. Verwenden Sie den tatsächlichen Sensor-Crop oder das Bildfenster Ihres Projekts. Die Voreinstellungen sind veränderbare Beispiele; S35 und Großformat definieren keine feste Aufnahmegröße.
Ergänzende Originalgrafik zur MTF
Die Kodak-VISION3-Grafik der bisherigen Seite bleibt zum Vergleich erhalten. Die MTF zeigt, wie stark feine Details bei einer bestimmten Ortsfrequenz wiedergegeben werden.
MTF-Grafik ansehen

